19. März 2026

Mein Weg zur Ganzheit

Ein Beitrag über mein inneres Kind und die erwachsene Frau.

Über die Dankbarkeit und die Wertschätzung gegenüber der Kleinen.
Über den Mut, die Kraft und die Ausdauer der Grossen – und über die Anerkennung ihrer Leistungen, anstatt sie abzuwerten, kleinzureden oder als selbstverständlich zu erachten.

  • 44 Jahre Leben.
  • 44 Jahre Rückverbindung, Selbstwerdung und die Entdeckung meines wahren Selbst.
  • 42 Jahre Schweigen.
  • 40 Jahre Trennung und ein zutiefst innerer Konflikt.
  • 26 Jahre Tätigkeit in der Immobilienbranche.
  • 26 Jahre Wachstum, Erfahrung und Fachkompetenz.
  • 26 Jahre Bewusstsein für mehr Authentizität, Weisheit und Integrität im Leben.
  • 20 Jahre Unternehmerin.
  • 20 Jahre mutig sein.
  • 20 Jahre, mich immer wieder selbst zu motivieren.
  • 20 Jahre für meine Werte, Träume und Ziele einzustehen.
  • 20 Jahre Vertrauen und an mich selbst glauben.
  • 20 Jahre Ungewissheit – von Jahr zu Jahr.
  • 6 Jahre intensivste Begleitung: Therapie, Coaching, Selbstheilung, Körperarbeit.
  • 4 Jahre gemeinsam durchs Leben gehen: vereint, zusammen, miteinander.
  • 3 Jahre Ausbildung in Psychosynthese – Abschluss im August 2026 zur psychosozialen Beraterin.

Aus der Komfortzone treten: Selbstanerkennung wagen

Mit meinem heutigen Beitrag begebe ich mich auf ungewohntes Terrain ausserhalb meiner Komfortzone. Es ist Zeit, innezuhalten und einen Raum zu öffnen, in dem die Leistungen der Erwachsenen honoriert, anerkannt, respektiert, wertgeschätzt, geachtet und gewürdigt werden.

Mir fällt es schwer, all dies anzunehmen und mir selbst so viel Ruhm und Raum zu schenken – ich bin es gewohnt, einfach zu tun. Bei all der Anerkennung mir selbst gegenüber birgt es das Potenzial, aufzufallen, anzuecken, nicht willkommen zu sein, ausgegrenzt, abgestempelt oder beurteilt zu werden. Für all jene, die es noch nicht wissen: Es ist mir heute egal, ob ich gefalle oder nicht.

Die Zeiten, in denen ich mich verstecke und alte, ausgediente Gewohnheitsmuster / Überlebensstrategien lebe, um mich anzupassen, zu schützen sind vorbei. Ich lebe meine eigene Melodie des Lebens und tanze nicht mehr nach den Noten anderer. Ich mache mich auch nicht mehr abhängig von ihren Stimmen oder der Bestätigung von aussen. Ich habe aufgehört, externe Validierung zu suchen – meine Quelle der Bestätigung liegt heute in mir selbst.

Reflexionsfrage:

Welche Leistungen deines Lebens haben bisher keine Würdigung erfahren – und wie könntest du sie heute anerkennen?

Die innere Stimme und Souveränität

Ich richte mein Leben nicht mehr nach den Erwartungen anderer aus. Familie, Partner, Gesellschaft, Kultur – all diese lauten Stimmen bilden einen Chor externer Autorität, der die eigene leise innere Stimme übertönt. Die Meinungen anderer stehen heute hinter meiner eigenen Stimme oder sind gar unbedeutend. Deshalb liebe ich die Stille – um meine Stimme zu hören, ihr zu lauschen und ihr dann zu folgen. Meine innere Stimme ist heute nicht mehr das chaotische Geplapper meines Verstandes oder die reaktiven Impulse verletzter Emotionen, sondern die klare, ruhige Stimme meines integrierten Selbst: das Wissen meines Körpers, die Weisheit meiner Seele und Gottes Führung.

Meine eigene innere Souveränität ist erwacht, wiedergeboren. Der Mensch sucht oft nach Zustimmung anderer, bevor er eine Entscheidung trifft, weshalb vieles im Keim erstickt wird. Ich konsolidiere mich selbst – meine Werte, meine Intuition, meine Weisheit – und dann handle ich, unabhängig davon, ob andere mir applaudieren oder mich kritisieren. Ich tue es für mich und zum Wohl des grossen Ganzen.

Reflexionsfrage:

  • Wo in deinem Leben triffst du Entscheidungen primär für andere und nicht für dich selbst?

Authentizität statt Selbstverrat

Ich verkaufe meine Seele nicht mehr. Ich habe den Preis für Authentizität gezahlt und die Konsequenzen getragen. Der Weg zur Kohärenz und Ganzheit führte durch die Auflösung alter Strukturen, destruktiven Verbindungen und Verstrickungen – durch Einsamkeit und manchmal sogar durch Verlust.

Es bedeutete konsequentes Loslassen von allem, was mir nicht guttut, und die eigenen Gewohnheiten zu überdenken und über Bord zu werfen, stetig und immer wieder. Auf der anderen Seite wartet eine Kraft, die unerschütterlich ist. Ich habe verstanden, dass Selbstverrat der grösste Verrat überhaupt ist. Ich habe auch verstanden, dass der Preis für externe Anerkennung und Zugehörigkeit oft Selbstverrat bedeutet – und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr bereit war, diesen hohen Preis zu zahlen.

So etablierte ich neue Gewohnheiten, neue Denkmuster, neue Verhaltens- und Reaktionsmuster, eine neue Identität und lernte vieles neu, vor allem mich selbst kennen.

Reflexionsfrage:

  • Wo in deinem Leben zahlst du noch den Preis nur für die Zustimmung anderer?


Das Ablegen sozialer Masken

Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, eine Persona aufrechtzuerhalten. Diese soziale Maske entwickeln wir in der Kindheit, um Liebe und Anerkennung zu erhalten und nicht verstossen zu werden. Wir lernen schnell, welche Teile unserer Persönlichkeit akzeptiert werden und welche wir verstecken müssen. Diese Anpassung wird so selbstverständlich, dass wir vergessen, wer wir wirklich sind.

Ich habe den Prozess nun umgekehrt: Eine bewusste Entscheidung getroffen und begonnen, meine Masken abzulegen und das Versteckspiel zu beenden. Diese Entscheidung war nicht leicht. Ich musste durch tiefe Krisen gehen, durch Momente, in denen die Wahl zwischen Authentizität und Zugehörigkeit getroffen werden musste. Ich wählte mich selbst – und diese Wahl veränderte alles.

Heute ist meine Authentizität durch tiefe Klarheit und Präsenz durchdrungen. Meine Kraft kommt nicht mehr aus meinem Ego, sondern aus meinem integrierten Selbst und den geheilten inneren Teilpersönlichkeitsaspekten, die mehr und mehr in Harmonie miteinander wirken.

Reflexionsfrage:

  • Welche Maske trägst du noch, die dir nicht mehr dient?

Umgang mit Neid, Missgunst und gesellschaftlichen Erwartungen

Heute weiss ich mit grosser Bestimmtheit, dass all jene, die sich echauffieren, lästern, tratschen, blöd reden, ungebetene Kommentare abgeben oder sich aufregen, nur von sich selbst und ihren eigenen Defiziten ablenken. Wie wäre es, wenn sie sich all die Zeit und Aufmerksamkeit selbst schenken würden? Wir hätten so viel mehr Frieden auf Erden!

Ganz nach dem Sprichwort: Man sollte zuerst vor der eigenen Haustüre kehren – oder, aus meinen Gedanken: Wir haben mit unserem eigenen Leben genug zu tun. Der Mensch findet immer etwas, über das er im negativen Sinne sprechen kann. Meist dominieren Neid, Missgunst und Eifersucht die Schlagzeilen, bringen uns aus dem Takt oder hindern uns selbst daran, diesen überhaupt zu wagen.


Reflexionsfrage:

  • Auf welche Menschen oder Situationen reagierst du emotional, weil sie deine inneren Unsicherheiten spiegeln?

Überwindung innerer Blockaden

Ich verspüre eine leichte Hemmung, eine Blockade beim Schreiben dieses Beitrags. Immer wieder versuche ich, eine andere Richtung einzuschlagen, um das Thema Ruhm und Anerkennung meiner Selbst zu vermeiden.

Es ist jedoch weniger eine Schreibblockade als eine Blockade darüber, über mich, mein Tun, mein Wirken, meine Werke, meinen Erfolg zu schreiben und all dies vor mir sichtbar werden zu lassen. Ich bin so exponiert und früher in der Kindheit, war es gefährlich dies zu sein. Blende ich es wie gewohnt aus, kann ich weiterhin im vertrauten Takt und Rhythmus des mich Versteckens tanzen.

Der Mensch liebt für gewöhnlich das Gewohnte – es schenkt ihm das Gefühl der Sicherheit und der Kontrolle, so ganz in seiner Komfortzone. Doch nun all dies zu ehren, zu würdigen, wertzuschätzen, zu respektieren, anzunehmen und nicht einfach abzuwerten, abzutun oder klein zu machen – nicht zu feiern – ist anspruchsvoll.

Glaubenssätze, die mir eingebläut wurden, wie:

  • Wer glaubst du schon zu sein?
  • Nimm dich nicht so wichtig!
  • Eigenlob stinkt!

…liessen mich einfach weiter tun, ohne all meinen Leistungen eine grössere Bedeutung, Glanz, Glamour und Würdigung zu schenken. Kleinhalten und Unterdrücken war die Devise, denn es war früher schon nicht gerne gesehen, wenn ich grossartig, besonders, einzigartig, dynamisch oder erfolgreich war.

Reflexionsfrage:

  • Welche alten Glaubenssätze über dich selbst blockieren heute noch deine Selbstanerkennung?

Wenn das eigene Licht zu viel erscheint

Ich wollte nicht zu viel sein mit meinen vielfältigen Facetten. So wurden Bedürfnisse, Ideen, Wünsche, Träume, Nöte, Sorgen und Ängste erstickt, unterdrückt und nicht für wichtig erachtet. Mit der Überlebensstrategie „des Sich-Versteckens, des Kleinhaltens“ zum Schutz wurde jedoch auch all die Traurigkeit, Verletztheit, das Verlassensein und Alleinsein ignoriert – nicht gesehen. Der Teil wurde stiller und stiller. Ich spaltete mich nun komplett ab – von meinem inneren Kind, das sein Licht nicht ausdrücken konnte, zu viel und nicht mehr willkommen war.

Der innere Kampf zwischen Sichtbarkeit und Schutz

Der Schatten, der über ihm lag, wurde von mir schon lange zuvor in die Dunkelheit verbannt – so gingen wir lange Zeit, Jahrzenhnte getrennt voneinander durch das Leben. Jeder kämpfte auf seine Weise ums Überleben, um Anerkennung, um Liebe, um Erfolg, um gehört und gesehen zu werden. Es war ein innerer, stiller Machtkampf zwischen Gesehenwerden und Verstecken, der viel Kraft kostete.

Ich, die Erwachsene, wollte einfach frei sein, endlich leben – von all den dunklen Seiten, den Schatten meines bisherigen Lebens, den Schatten meiner Vergangenheit. Doch die Befreiung und Wandlung ging nur durch die Finsternis, durch all die Ängste der inneren Kinder, des inneren Kindes, die Dunkelheit und die verborgenen Persönlichkeitsanteile, die verbannt im Schatten lagen. Durch all die tiefgreifende innere Prozessarbeit mit den verschiedensten Teilpersönlichkeiten entdeckte ich das Licht in mir wieder. Mit grosser Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber dem kleinen Mädchen in mir, denn es hat mich auf die verletzten Aspekte in mir aufmerksam gemacht – durch die ständigen, inneren Konflikte zwischen ihm und mir.

Reflexionsfragen:

  • In welchen Situationen hast du gelernt, dich kleiner zu machen, als du eigentlich bist?
  • Welche deiner Bedürfnisse oder Gefühle hast du vielleicht lange unterdrückt?
  • Wo in deinem Leben hast du begonnen, Teile von dir zu verstecken, um akzeptiert zu werden?
  • Wie zeigt sich dein „inneres Kind“ heute noch in deinen Reaktionen oder Gefühlen?
  • Wo erlebst du in deinem Leben den Konflikt zwischen dem Wunsch, gesehen zu werden, und dem Bedürfnis, dich zu schützen?
  • Welche inneren Stimmen halten dich vielleicht zurück, dich vollständig zu zeigen?
  • Wie viel Energie kostet dich dieser innere Kampf im Alltag?
  • Was würde sich verändern, wenn du dich selbst in all deinen Anteilen anerkennen würdest?

Die Versöhnung mit den Schatten

Ich habe meine Schatten integriert. Ich kenne meine dunklen Seiten, meine Narben, meine Schwächen. Anstatt die Verletzungen, die Nöte, die Bedürftigkeit, die Zwänge weiter zu verstecken und in die Welt hinaus zu projiziern, habe ich sie angenommen und verwandelt. Diese Integration macht mich ganz und führte mich zu meiner Ganzheit.
Es gibt keine abgespaltenen Teile mehr, die im Verborgenen mein Leben kontrollieren, dominieren oder mich aus dem Takt meiner eigenen Melodie bringen. Durch die Integration und Heilung der verletzten, verzerrten und abgespaltenen Anteile wurde Frieden in mir hergestellt und die starken inneren Konflikte lösten sich in Harmonie auf.

Ich erkannte, dass mein inneres Mädchen nicht nur Traurigkeit, Leid, Kummer und Schmerz brachte, sondern auch die fröhlichen, unbeschwerten, schönen und hellen Seiten und Erinnerungen. Bis ich jedoch in diese guten Aspekte, Eigenschaften und Qualitäten der verschiedenen Teilpersönlichkeiten Vertrauen fasste, dauerte es – und dies auf allen Seiten. Denn auch mein inneres Kind war misstrauisch mir gegenüber und hatte Angst, dass ich sie alle wieder verlasse, im Stich lasse, wenn mir die Bewältigung der Vergangenheit zu viel wird und mich überfordert. Dass ich meiner Verantwortung nicht nachkomme und mich ins Versteck zurückziehe.

„Ich habe dich lange weggeschoben, weil ich deine Geschichte nicht mehr tragen wollte. Es war so viel Trauma, so viel Drama – immer wieder kamen neue, tief erschütternde Wahrheiten ans Licht. Ich habe dich als Last empfunden, als ewigen Klotz am Bein – und das tut mir heute leid, meine Kleine.“

Reflexionsfragen:

  • Wo könnte Annahme statt Verdrängung mehr inneren Frieden in dein Leben bringen?
  • Wie würde sich dein Leben verändern, wenn du auch deinen verletzlichen Anteilen mit Mitgefühl begegnest?

Die alten Schutzmechanismen verstehen und sanft auflösen

Das Gefühl der Verlassenheit war wohl die grösste Wunde in meiner Seele. Durch die Spaltung, die Trennung in mir, lebte ich lange Zeit mit zwei Anteilen, die in gegensätzliche Richtungen wollten und vielen Persönlichkeitsaspekten, die in sich verloren waren:

  • Einen schützenden, kleinmachenden Anteil, der gelernt hat zu funktionieren:
    „Wenn ich mich verstecke, bin ich sicher. Wenn ich mich nicht zeige, kann ich nicht wieder verletzt werden.“
  • Einen sehnsüchtigen, lebendigen Anteil, der sagt: „Ich möchte gesehen werden. Ich möchte anerkennen, was ich bin und was ich geleistet habe.“

Beide hatten ihre guten Gründe. Doch jetzt bin ich offenbar an einem Punkt innezuhalten, damit der zweite Anteil Raum und Ausdruck bekommt. Er gesehen wird. Gehör findet – endlich. Denn die erwachsene-Frau, Constanze sie ist gross geworden, hat weitergekämpft, Hindernisse überwunden, Krisen und Schicksalsschläge gemeistert, hat eine Immobilienfirma aufgebaut und ist selbstständig seit 2006. Das Unwohlsein begleitet mich beim Schreiben, doch der unermessliche Mut, die Hartnäckigkeit wie sie mich auf Unzulänglichkeiten in mir aufmerksam macht und der Wille meiner Kleinen waren immer die treibende Kraft und Energie in mir.

Meine Würde und Ehre mir selbst nun sprachlich zurückzuspiegeln und dadurch meine wahre Grösse sichtbar zu machen, die ohnehin da ist, erfordert enormes Vertrauen gegenüber dem Teilaspekt und Mut von mir, der gesehen werden möchte.

Eine Stimme kommt hoch: Du bist nicht „nichts“, nicht „überheblich“, nicht „falsch“, nicht „ungenügend“. Es fällt dir einfach schwer, ins Licht zu treten, weil du nun gesehen wirst und gehört wirst und dies bisher nicht erfahren hast. Es ist nur ungewohnt – traue dich und nimm das Lob, die Würdigung und die Anerkennung an. Das ist kein Charakterfehler. Es ist nur eine alte Überlebensstrategie, die einmal sehr sinnvoll war, damals.

Dein Nervensystem hat gelernt: „Wenn ich mich zeige, werde ich zerstört. Wenn ich leuchte, werde ich beneidet, angegriffen, benutzt oder verlassen.“ Dein Kleinmachen, das sich Verstecken, ist kein Fehler. Es ist ein uralter Schutzmechanismus. Aber du bist jetzt nicht mehr dort. Jetzt darfst du ihn sanft auflösen und ablösen, um zu vereinen – nicht mit Gewalt oder Rauheit, sondern mit Wahrheit und Sanftheit.

Reflexionsfragen:

  • Welche alten Strategien nutzt du noch, um dich klein zu halten oder zu schützen?
  • Wo in deinem Leben wünschst du dir mehr Sichtbarkeit und Anerkennung?

Selbstanerkennung als Schlüssel zur eigenen Kraft

Was ich nun schreibe, ist keine Autobiografie – es ist ein Zeugnis meines Überlebens, meiner Bewusstwerdung und inneren Arbeit auf einem Niveau, das die meisten Menschen niemals leisten müssten und niemals leisten könnten.

Jetzt richte ich meine volle Aufmerksamkeit auf mich als erwachsene Frau – auf die Kraft, den Mut, die Ausdauer und die unermüdliche Leistung, die ich über all die Jahre erbracht habe. Ich anerkenne und würdige, was ich getragen, geleistet, erschaffen und überwunden habe. Nicht beschönigend. Nicht spirituell verklärt. Sondern klar, wahr und würdigend.

Die Kraft der Selbstanerkennung zeigt sich darin, mich selbst zu sehen, zu würdigen und zu ehren. Ich nehme den Ruhm, die Ehre, den Glanz, die Aufmerksamkeit und die Anerkennung an – für all meinen Einsatz, für all meine Leistungen, für meinen Mut und meine Ausdauer. Ich habe sie mehr als nur verdient. Selbstanerkennung ist ein Wort, das viele nur aus Büchern oder spirituellen Ratgebern kennen. In der Praxis jedoch, besonders für Menschen, die in belasteten Kindheiten aufgewachsen sind, ist sie ein äusserst schwieriger, manchmal nahezu unmöglicher Schritt.

Reflexionsfrage:

  • Wo fällt es dir schwer, dir selbst Wertschätzung und Anerkennung zuzugestehen?

Überleitung vom inneren Kind zur Erwachsenenrolle

Für mich bedeutete Selbstanerkennung lange Jahre, mich selbst kleinzuhalten, meine Leistungen nicht anzuerkennen, sie unbewusst abzuwerten und Lob von anderen herunterzuspielen. Meine innere Stimme sagte mir oft: „Du bist nichts Besonderes. Der Ruhm soll an mir vorbeiziehen. Das ist sicherer.“ Glaubenssätze wie „Was bildest du dir eigentlich ein?“ „Wer glaubst du schon zu sein?“ „Eigenlob stinkt.“ „Nimm dich nicht so wichtig.“ „Du bist nichts.“ begleiteten mich.

Doch heute, nach Jahrzehnten der Selbstreflexion, der inneren Heilarbeit und Therapie, nehme ich diese Stimme ernst. Ich ehre mich selbst als erwachsene Frau. Mein inneres Kind ist weiterhin in mir präsent – getragen, geheilt und integriert – doch die Anerkennung und Würdigung gelten mir jetzt in meiner ganzen Kraft, meiner Weisheit und meinem Sein als Erwachsene. Ich muss mich nicht mehr verstecken. Ich muss mich nicht mehr kleinmachen. Ich handle, ich lebe, ich strahle.

Ein Auszug meiner Geschichte: Überleben in einer schwierigen Kindheit

Hinter der Fassade: Kindheit zwischen Verantwortung und Überleben

Ich wurde 1982 als älteste Tochter in eine adlige Familie in Deutschland geboren. Auf den ersten Blick ein Leben voller Möglichkeiten: ein grosses Gut, weitläufige Ländereien, viele Hektaren Wald, Felder und Wiesen, eine anerkannte Zucht schottischer Hochlandrinder, ein edler Name und ein Adelstitel, immatrikuliert in Bayern, ein Stammbaum, der Jahrhunderte zurückreicht. Alles deutete auf Bedeutung und Erfolg hin – auch der Wikipedia-Eintrag und die gesamte Familiengeschichte.

Doch hinter dieser Fassade verbargen sich Drama, Chaos, Verletzung und Schmerz. Mein Vater, der zweite Sohn der Familie, absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und sollte den Betrieb übernehmen. Familiärer Druck, enorme Erwartungen und ein dominanter Vater liessen ihn innerlich zerbrechen. Er fand nie seinen eigenen Weg und flüchtete in die Sucht, wurde alkoholkrank und untreu – wodurch alles anders kam als geplant.

Meine Mutter, jung verheiratet, begann bereits in meiner pränatalen Phase, ihren Frust, ihre, Wut, ihren Zorn und ihre Enttäuschung über ihr Leben an mir auszulassen. Ab etwa dem fünften Schwangerschaftsmonat wurde ich Ziel von körperlicher Gewalt, Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung. Sie versuchte mehrfach, mich loszuwerden – erst meine Grossmutter konnte Schlimmeres verhindern. Auch meine eigene Geburt überlebte ich nur knapp, da die Nabelschnur mehrfach um meinen Hals geschlungen war und mein erster Schrei länger ausblieb als gewöhnlich.

Sucht, Verrat, Streit, Hass, Neid, Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch dominierten unser Familienleben. Ich übernahm früh Verantwortung für meine beiden jüngeren Geschwister, obwohl ich selbst noch ein Kind war. Beide Elternteile waren auf ihre Weise abwesend – nicht nur emotional, sondern auch physisch – beschäftigt mit „Wichtigerem“. Meine Überlebensstrategie bestand darin, mich innerlich zu verstecken, zu erfüllen, was von mir verlangt wurde, und klein zu bleiben – um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

Reflexionsfragen:

  • Welche frühen Erfahrungen haben deine Überlebensstrategien geprägt, und welche davon kannst du heute loslassen?
  • Wo hast du dich vielleicht innerlich versteckt, um Konflikte oder Ablehnung zu vermeiden?
  • Welche Anteile deiner Kindheitserfahrungen beeinflussen noch heute deine Entscheidungen oder dein Selbstbild?

Verlust, Entwurzelung und die Entdeckung innerer Stärke

Der Verlust meiner Grossmutter väterlicherseits 1995 war meine erste bewusste Begegnung mit dem Tod – ein schmerzlicher Verlust, nicht nur des Lebens, sondern auch des Zugangs zu meinem Zufluchtsort. 1997 folgte der Verlust meiner Heimat und meines Zuhauses: Durch den BSE-Skandal verloren wir all unsere Tiere, ein weiterer Anker in meinem Leben verschwand. Die Testamentsänderung meines Grossvaters aufgrund der Sucht meines Vaters und eines Verrats eines Mitarbeiters, ähnlich wie Jesus Christus von einem seiner Jünger verraten wurde, führte zur Entwurzelung aus meiner geliebten Heimat. Wir mussten alles innerhalb kürzester Zeit verlassen, und am neuen Ort, nahe dem Starnberger See, fand ich nie wirklich Halt.

Die Trennung meiner Eltern 2000 und die spätere Entfremdung von meinem Vater sowie sein Tod mit nur 46 Jahren 2002 hinterliessen tiefe Wunden in meinem Sein. Ich spürte irgendwann kaum noch etwas – ich funktionierte nur noch neben mir.

Doch trotz all dieser Erlebnisse blieb etwas in mir ungebrochen: meine Lebensenergie, mein Überlebenswille und meine Fähigkeit, Liebe zu empfinden. Gott wollte, dass ich lebe. Heute erkenne ich: All diese Erfahrungen, all die Überlebensstrategien, die inneren Kämpfe, die Verantwortung, die ich früh übernommen habe, haben mich zu der starken, weisen, resilienten Frau gemacht, die ich heute bin. Mein inneres Kind ist weiterhin präsent – getragen, geheilt und integriert – doch die Anerkennung und Würdigung richten sich jetzt klar auf mich als erwachsene Frau, die alles überlebt, gemeistert, geschaffen und transformiert hat.

Reflexionsfragen:

  • Welche Schritte hast du in deinem Leben unternommen, um dir deine eigene Unabhängigkeit zu erschaffen?
  • Welche Verluste oder Herausforderungen haben dich in deinem Leben besonders geprägt?
  • Wie hast du es geschafft, trotz Schmerz deine Lebensenergie zu bewahren?
  • Welche Stärke und Weisheit hast du aus schwierigen Erfahrungen gewonnen, die du heute anerkennen kannst?

Unternehmerischer Erfolg im Einklang mit dem inneren Selbst

Ich entschied mich für eine Ausbildung zur Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft und schloss diese 2003 erfolgreich ab. Mit 22 Jahren zog ich in die Schweiz – ein mir bis dahin unbekanntes Land, ohne familiäre Unterstützung, ohne Netzwerk, ohne Freunde, ohne eine Menschenseele zu kennen – ausgestattet nur mit den finanziellen Mitteln, die ich mir selbst erspart und erarbeitet hatte.

Weiterbildungen folgten: Bewertung und Einschätzung von Liegenschaften sowie bautechnisches Wissen. 2006 gründete ich meine eigene Immobilienfirma in Basel. 2011 wandelte ich das Unternehmen in eine AG um, deren alle Anteile ich halte. Ich baute mir ein erfolgreiches Unternehmen auf und machte mir in der Branche einen Namen.

Die beiden Grundsäulen meines Unternehmens waren zunächst Verkauf und Vermietung von Immobilien. 2017 erweiterte ich mein Tätigkeitsgebiet um die Renovation und Sanierung bestehender Wohnliegenschaften.

2023 entschied ich mich zu einem Re-Design, denn der innere Wandel meiner Persönlichkeit und meine neue Identität verlangten nun auch nach einer Veränderung innerhalb meines Unternehmens: Überarbeitung des Branding, neue Website, neue Inhalte, neuer Ausdruck, neue Sichtbarkeit. Das Leben in der Verborgenheit nahm nun offiziell ein Ende.

Die grösste Unsicherheit vor meinem Re-Branding 2023 war die Frage, ob ich Business so leben und zeigen kann, wie es meinem Herzen entspricht. Heute, nach zwei Jahren, weiss ich: ja, ich kann. Meine beiden Post-its auf meinem Schreibtisch – „Vertraue deiner Intuition, folge deinem Herzen“ und „Ich bin erfolgreich mit meinem wahren Selbst, meiner Authentizität“ – haben sich bewahrheitet.

Reflexionsfrage:

  • Wo hast du bisher deine eigenen Fähigkeiten und deiner Intuition nicht vollständig vertraut?

Selbstanerkennung und die Kraft, mehr als genug zu sein

2014 wurde mein Neffe geboren. Seit seiner Geburt übernahm ich von Herzen gerne zusätzlich Verantwortung für ihn, kämpfte für ihn, als seine Heimat bedroht war, und begleitete ihn, als er sein Zuhause verlor – bis ich schliesslich die schmerzhafte Notwendigkeit des Loslassens akzeptieren musste.

Jahrzehntelange Therapie half mir, meine traumatische Kindheit über viele Entwicklungsjahre aufzuarbeiten, meine Muster und Prägungen zu erkennen, aufzulösen und mein inneres verletztes, vernachlässigtes Mädchen zu sehen. Ich konnte meine Vergangenheit mit Würde annehmen.

Ich lernte, Verantwortung für mich selbst zu tragen, ohne mich zu verlieren, und erkannte: Selbstanerkennung ist kein egoistischer Akt. Sie ist ein Akt der Heilung, der Selbstliebe und der Wertschätzung – Achtung vor der eigenen Existenz, vor dem eigenen Leben. Es war nicht normal, Constanze. Viele Menschen mit weniger Belastung brechen psychisch oder körperlich zusammen. Du bist nicht zerbrochen.

Allein, dass du nicht lebenslänglich dissoziiert, nicht suizidal, nicht süchtig oder gewalttätig wurdest, ist bereits eine enorme Leistung. Darüber hinaus hast du ökonomische, emotionale, soziale und psychische Autonomie aufgebaut – aus dem Nichts, mit deinem Einsatz, deinem Willen, deinem Mut. Das ist nicht normal. Das ist nicht selbstverständlich. Das ist aussergewöhnlich, bemerkenswert und bewundernswert.

Kannst du den hartnäckigen Glaubenssatz über Bord werfen: Es war nicht genug. Ich habe nicht genug getan. Ich bin nicht genug. Noch nicht? – In Ordnung. Dann schreien wir weiter, bis du es tatsächlich glaubst, verinnerlichst und in der Tiefe wahrnehmen kannst: Du bist mehr als genug.

Reflexionsfragen:

  • Welche inneren Glaubenssätze halten dich davon ab, deine Leistungen und deine Stärke anzuerkennen?
  • Wo kannst du dir selbst mehr Wertschätzung und Mitgefühl schenken?
  • In welchen Bereichen deines Lebens erkennst du bereits deine Resilienz und deine Kraft an?

Innere Arbeit: Begegnung mit der erwachsenen Frau

Ein zentraler Wendepunkt war die bewusste Begegnung mit mir selbst – mit der Frau, die all die Jahre überlebt, getragen, geliebt, gelitten und erschaffen hat. Es geht darum, die Grösse, den Mut, die Kraft und die Leistungen meiner eigenen Lebensgeschichte anzuerkennen, mein Wirken, meine Werke und meinen Weg zu würdigen – und aufzuhören, sie zu ignorieren, abzuwerten oder auszublenden.

Nach einer Therapiesitzung bekam ich die Aufgabe, jeden Tag mindestens zehn Dinge niederzuschreiben, für die ich dankbar bin und die ich an mir anerkenne. Aus diesem Impuls entwickelte sich ein Ritual der Selbstanerkennung: eine Liste, die heute rund 90 Punkte umfasst und würdigt, was ich geleistet, überlebt und erschaffen habe. Die kleinen Ergänzungen meines Therapeuten, dass ich jeden Tag neue Punkte hinzufügen sollte, brachten eine spielerische Leichtigkeit in das Ritual.

Auszug aus meiner 90-Punkte-Liste – Würdigung der erwachsenen Frau

  1. Ich erkenne an, dass ich nie aufgegeben habe.
  2. Ich achte mich für meinen Mut und meine Standhaftigkeit.
  3. Ich verdiene meine grösste Hochachtung und meinen aufrichtigen Respekt.
  4. Ich würdige, dass ich trotz allem mein gütiges Herz bewahrt habe.
  5. Ich respektiere meine Grenzen, die ich gespürt, verteidigt und gezogen habe.
  6. Ich ehre, dass ich trotz Verletzungen und Enttäuschungen meine Werte und Integrität gehalten habe.
  7. Ich anerkenne, dass ich Loyalität neu definiert habe.
  8. Ich ehre die Verantwortung, die ich getragen habe.
  9. Ich bin stolz auf mich, dass ich überlebt, weitergelebt und selbst in schwierigen Momenten Handlungsfähigkeit bewahrt habe.
  10. Ich danke mir, dass ich nicht verbittert oder hart geworden bin.
  11. Ich bewundere, dass ich um Hilfe gebeten habe, wenn ich sie brauchte, und dadurch gewachsen bin.
  12. Ich bin dankbar, dass ich heute vollständig mit mir selbst in Beziehung treten kann und meine Vergangenheit angenommen habe.
  13. Ich danke mir, dass ich Räume der Stabilität geschaffen habe – für mich, mein Leben, mein Wachstum.
  14. Ich danke mir für die bewussten Entscheidungen, die mich in ein erfülltes Leben geführt haben.
  15. Ich bin dankbar für ein Zuhause voller Frieden, Ruhe und Natur, dass ich mir erschaffen habe.
  16. Ich bin stolz auf meinen Mut, meine Geschichten zu teilen.
  17. Ich respektiere meine Loyalität, meine Barmherzigkeit und meine Integrität.
  18. Ich bin stolz auf meine Lebensleistung.
  19. Ich erkenne mein inneres Leuchten an – es darf strahlen.
  20. Ich erkenne meine Grösse an.
  21. Ich sehe meine Leistungen – auch wenn ich sie nicht laut präsentiere.
  22. Ich sage mir: „Ich bin hier, um mich zu begleiten, zu schützen und zu würdigen. Ich liebe mich. Ich sehe mich. Ich ehre mich.“

Reflexionsfrage:

  • Welche deiner Leistungen hast du bisher übersehen, und wie kannst du sie heute feiern?

Bei all dem geht es nicht um äusseren Applaus, sondern darum, mir selbst den Ruhm, die Ehre und die Anerkennung zu geben, die ich mir lange verweigert habe. Dieser Moment der inneren Arbeit ist heilig: keine Analyse – sondern Beziehung mit mir selbst.

Meine täglichen Zeremonien – laut oder leise – bestehen aus Worten der Anerkennung, tiefem Atmen und Visualisierung. Jeden Tag wiederhole ich diese Würdigung in einer kurzen fünfminütigen Übung, um mein Selbstwertgefühl und meine innere Stabilität weiter zu stärken. So kann ich verbunden, selbstbewusst im Glanz meiner vollen Grösse erstrahlen – ohne mich schlecht zu fühlen, ohne Zweifel, ohne das alte Gefühl: „Es war nicht genug.“ Ich habe mehr als genug geleistet – und ich sehe, ehre und feiere mich dafür. Ich bete dafür, dass ich diese jeden Tag mehr verinnerliche und anerkennen kann.

P.S.

Du bist nicht zufällig noch hier. Du bist hier, weil etwas in dir stärker war als alles, was dich zerstören wollte. Danke Dir Gott, Danke Dir Leben, Danke Dir Constanze. Danke an all die Wegbegleiter in meinem Leben und Danke natürlich an all die wundervollen Kunden:innen, die ich bisher begleiten darf und durfte.

Hochachtungsvoll Constanze Isabella Maria von Grafenstein

Reflexionsfragen:

  • Welche täglichen Rituale oder Übungen könnten dir helfen, deine Selbstanerkennung zu stärken?
  • Wie kannst du dir selbst bewusst danken und deine eigene Leistung würdigen?
  • Wo spürst du bereits die Kraft und Stabilität, die aus der Anerkennung deines eigenen Wertes entsteht?

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